Meine Gastfamilie, Schule und Quarantäne

Karla in Kanada
| Kanada

Hallo!

Ich heiße Karla, bin grade 17 geworden, und verbringe mein Auslandsjahr auf Salt Spring Island (Kanada). Die nächsten Monate werde ich euch berichten was ich hier so erlebe.

Ursprünglich komme ich aus einem kleinen Dorf in Bayern, nahe der hessischen Grenze und Frankfurt. Ich bin seit knapp zwei Monaten in Kanada und nach mehreren Quarantänen, welche den Start etwas erschwert haben, habe ich mich auch langsam eingelebt.

Am 02.11 bin ich nach 26 Stunden Anreise auf Salt Spring Island angekommen. Meine Flugroute war von Frankfurt nach Vancouver und von dort bin ich mit einem kleineren Flugzeug weiter nach Victoria auf Vancouver Island geflogen. Dort hat meine Gastmutter auf mich gewartet und wir haben die Fähre von Vancouver Island nach Salt Spring Island genommen. Vor der Anreise, vor allem vor der Immigration, hatte ich ziemlich großen Respekt, letztendlich war aber alles ziemlich einfach und verständlich. Es gab immer Leute, die man fragen konnte, was man als nächstes machen muss oder wo man etwas findet, auch öfters Mitreisende. Das erste Mal alleine fliegen ist natürlich ziemlich Nerven aufreibend, aber es ist bis jetzt wohl jeder am Ziel angekommen (:

Nach meiner Ankunft musste ich erst einmal zwei Wochen in Quarantäne, was tatsächlich nicht so schlimm war, wie es sich anhört. Ich habe in der Zeit einfach noch viel mit meiner Familie und meinen Freunden aus Deutschland geschrieben und telefoniert. Einen starken Jetlag hatte ich nicht, die ersten Tage war ich etwas müde und mir hat generell alles weh getan, aber länger als drei Tage hat das nicht angedauert. In den zwei Wochen hatte ich auch ein Zoom Meeting mit all den neu angekommenen Gastschülern und unseren Betreuern in der Schule, bei dem ich eine andere Auslandsjahrschülerin namens Anna kennengelernt habe, mit der ich mich noch vor dem ersten Schultag nach der Quarantäne getroffen habe.

Nach der Quarantäne hatte ich dann am 18.11 meinen ersten Schultag an dem ich ziemlich aufgeregt war. Für mich war es einfacher, dass ich Anna schon kannte, da wir die sogenannte „lunchbreak“ zusammen verbringen konnten und nicht ganz so alleine und verloren waren oder wenigstens zu zweit verloren waren (:

Wir haben hier in Kanada auf meiner Insel nur vier Tage die Woche Schule und pro viertel Jahr nur zwei Fächer, was den Einstieg für mich ziemlich einfach gemacht hat. Ich bin hier nach dem ersten Viertel Schuljahr angekommen und belege momentan einen Kurs der „Culinary Arts“ heißt und einen englischen Literaturkurs. Der Kochkurs hilft mir sehr dabei neue Kontakte zu knüpfen, weil wir eher aktiv etwas machen als in einem Klassenraum zu sitzen, also wir kochen eben immer das Essen, was die anderen Schüler dann in der Cafeteria in der Mittagspause kaufen können. Englisch ist genauso wie Deutschunterricht in Deutschland nur deutlich entspannter. Dadurch dass wir in der Schule meistens genug Zeit bekommen, um unsere Hausaufgeben zu machen und wir in Kochen gar keine Hausaufgaben aufbekommen, habe ich kaum Stress. Die Schule geht hier bis 4pm und fängt dafür aber auch eine Stunde später an als in Deutschland. Nach der Schule koche ich meistens mit meiner Gastfamilie und helfe auf unserer kleinen „Farm“.

Meine Gastfamilie besteht aus meinen Gasteltern, meinem Gastbruder Ian (21), meinem Gastgeschwister Sigi (23) und meiner Gastschwester Daniela (22), welche ursprünglich aus Mexico kommt, aber schon zwei Jahre auf der Insel wohnt und momentan bei uns lebt. An sich hat die Familie sieben Kinder, aber nur noch die zwei oben genannten leben zu Hause. Die Großeltern wohnen unter uns im geräumigen Haus, weshalb ich sie auch manchmal sehe. Außerdem haben wir ziemlich viele Tiere, die bei uns auf dem Gelände wohnen; wir haben Ziegen, Hühner, Wachtel, Enten, Truthähne, Kaninchen, Hunde und eine Katze. Mit so vielen Menschen und den Tieren ist also immer etwas los.

Nach zwei Wochen Schule gab es in meiner Kochklasse einen Corona-Fall, was für mich dann erneute zwei Wochen Quarantäne bedeutet hat. Das war natürlich ziemlich ärgerlich, da ich grade angefangen hatte Leute in der Schule kennen zu lernen und mich nach für außerschulischen Aktivitäten umgeschaut habe. In der Zeit hatte ich dennoch absolut keine Langeweile, da ich meine Hausaufgaben und Arbeitsaufträge online bekommen habe, was tatsächlich auch (meistens) Spaß gemacht hat. Wenigstens hatte ich so etwas zu tun…

Ich könnte euch jetzt noch ewig weiter erzählen und vorschwärmen, aber das mache ich dann einfach in ein paar Wochen wieder (;

See you soon,

Karla