Schule in Queensland

| Australien

In meiner bisherigen Zeit in Australien hat der Schulalltag einen großen Teil meines Aufenthalts bestimmt. Kein Wunder – schließlich habe ich in der Schule einen Großteil meiner Freund*innen hier kennengelernt, gehe ab und zu auf Schulausflüge und verbringe aber den größten Teil meiner Schulzeit mit meinen Schulfächern die ich ausgewählt habe. Das klingt zwar erstmal wie ein ganz normaler Schulalltag, aber tatsächlich ist die Schule hier in Australien ziemlich unterschiedlich zu denen in Deutschland. Ich werde heute von diesen Unterschieden erzählen und wie ich als Austauschschülerin das ganze so wahrnehme.

Das Schuljahr hier ist in vier Terms eingeteilt, die jeweils zehn Wochen dauern, dazwischen gibt es dann immer zwei Wochen Ferien. Das klingt zwar erstmal echt kurz, aber ich kann euch beruhigen, dafür dauern die Sommerferien im Dezember etwa sechs Wochen und man kann die Weihnachtszeit ganz ohne Schulstress genießen. Für mich als Senior Student (Klasse 11 und 12) an meiner Schule dauern die Sommerferien sogar zwei Wochen länger, was ich persönlich ziemlich cool finde. Das variiert aber je nach Jahrgangsstufe, sodass zum Beispiel meine Gastschwester als Junior (bis Klasse 10) nur 6 Wochen Ferien hat. Aber nicht nur die Ferien hängen von der Jahrgangsstufe ab , auch die Schuluniform unterscheidet sich da zumindest an meiner Schule. Schuluniform? – ja richtig gehört, Schuluniformen sind tatsächlich an den meisten Schulen in Australien eine Pflicht und je nach Lehrer*in wird manchmal mehr oder weniger streng auf das Einhalten von der Kleiderordnung geachtet. Die Schuluniform an meiner Schule – der Sunshine Beach State High School (ja ich weiß, das klingt echt cool) – besteht aus einer langen oder kurzen blauen Hose, oder einem kurzen blauen Rock mit Aufdruck des Schulnamens und einem Oberteil, welches entweder die formelle Uniform – ein Hemd, oder die Sportuniform – ein blaues T-Shirt mit Schullogo – ist. Die Senior Students, Zehntklässler*innen und Junior Students haben dann jeweils nochmal ein wenig unterschiedliche Uniformen, damit man die Jahrgänge, die verschiedene Schulpausenzeiten und Schulende haben, unterscheiden kann.

Mein persönlicher Lieblingsteil vom Schulsystem ist die große Auswahl an unterschiedlichen Fächern die man hat und die von Schule zu Schule leicht unterschiedlich ist. Außer den 4 Fächern die man wählt gibt es dann noch Englisch und Mathe in verschiedenen Schwierigkeiten. Ich habe mich für die Fächer Modern History, Philosophie, Food And Nutrition und Legal Studies entschieden und ich bin ziemlich glücklich, dass ich eine Auswahl für genau die Sachen die mir Spaß machen hatte. Einen Großteil meiner Freund*innen hier habe ich nämlich durch diese Fächer kennengelernt, was ziemlich praktisch ist weil ich direkt Leute kannte, die ähnliche Interessen wie ich hatten. Und nicht nur die Fächer hier sind so gut, auch die Lehrer*innen sind super lieb und führen meistens ein echt gutes Verhältnis zu ihren Schüler*innenn – wobei ich sagen muss, dass die meisten Leute hier in Australien generell sehr offen und nett sind.

Generell wird hier in Australien auch der Schulspirit ziemlich gefördert. Jeden Dienstag haben wir entweder Schulparade – also eine normale Schulversammlung – und danach Musik auf dem Pausenhof oder eine Connectionsklasse mit der man sich trifft und ziemlich viele verschiedene Themen bespricht. Von mentale Gesundheit zu einfach mit den Sitznachbar*innen reden ist alles dabei. Dann gibt es noch die School Carnivals, das sind Sportveranstaltungen die in etwa dreimal im Jahr stattfinden. Ich dürfte bisher schon einen dieser School Carnivals – den Athletic Carnival – miterleben und tatsächlich hat das echt richtig viel Spaß gemacht, auch wenn ich selbst nur zugeschaut und mein Team angefeuert habe.  Funfact: die Teams – vier and der Zahl - wurden nicht per Zufall eingeteilt sondern bestehen über die komplette Schulzeit, so dass jede Schüler*in in eins von vier Häusern – Uluwatu, Waimea, Banzai und Mundaka – eingeteilt ist. Das ist so ein bisschen wie bei Hogwarts, aber bis auf den Schulveranstaltungen und -versammlungen bekommt man davon kaum etwas mit. Zurück zu den School Carnivals. Die sind tatsächlich Tage, an denen man sich frei entscheiden kann was man anzieht, mit der Intention dass sich alle Schüler*innen in ihren Hausfarben anziehen. Für mich als Uluwatu Dragon war das grün – ziemlich praktisch weil das so ziemlich meine meistgetragene Klamottenfarbe ist.

Zuletzt muss ich unbedingt noch einen Teil meines Schulleben als Austauschschülerin ansprechen, der zu meinen persönlichen Highlights dazu gehört: die Schulausflüge mit den anderen Internationals bisher. Der erste Ausflug war tatsächlich relativ am Anfang meiner Zeit in Australien, als wir für ein Wochenende zusammen auf Frasor Island, eine kleine Insel an der Ostküste von Australien, gefahren sind, um die Natur von Australien ein bisschen besser zu erkunden. Und was soll ich sagen, ich würde sagen bereits am ersten Tag auf einer Strandwanderung am Abend hatten wir eine ziemlich faszinierende Begegnung mit einem Dingo – das sind so eine Art ´Wildhunde´, die auf dieser Insel sehr viel zu finden sind. Auch wenn Dingos normalerweise eher scheu sind, aber auch aggressiv reagieren können wenn man ihnen zu nah kommt, war dieser Dingo am Ende nur Meter von uns entfernt. Aber auch sonst ist Fraser Island mit seinen klaren sehen echt eine wunderschöne Insel.

 Auf dem zweiten Schulausflug ging es dann zum Australia Zoo, wo wir hauptsächlich Tiere aus ganz Australien gesehen haben, aber auch aus der ganzen Welt. Weil ich bei Zoos tatsächlich so ziemlich immer die Schilder über die Tiere lese, fand ich es auch super spannend mehr über die australischen Tiere – von denen gefühlt die Hälfte giftig ist – zu lesen. Natürlich habe ich mir auch die Tiere angeschaut und wow, ich denke Wombats sind so ziemlich die süßesten Tiere die ich je gesehen habe.

Alles in einem würde ich sogar sagen, dass meine Schule ein bisschen einen Touch aus diesen typischen amerikanischen Highschoolfilmen hat, nur eben in australisch.