Mein vierter Monat in Kanada

| Kanada

Hey there!

Und willkommen zu meinem vierten Bericht über das beschauliche Leben in Claresholm, das in dem letzten Monat tatsächlich gar nicht mehr so beschaulich war, sondern eher ziemlich voll.

Hier hat endlich die Track and Field Saison angefangen und ich bin nun zweimal die Woche auf der Bahn und laufe. Ziemlich schnell ging es dann auch schon zu meinem ersten Wettkampf, bei dem ich in Pincher Creek gegen die Läufer von anderen Schulen angetreten bin. Bei solchen Wettkämpfen treten die Athleten in ihren jeweiligen Disziplinen an, die man vorher wählen konnte. Also zum Beispiel Hürdenlauf, verschiedene Sprints, Weitsprung, Hochsprung, Diskus- und Speerwerfen und Staffellauf. Je mehr Disziplinen man macht, desto mehr hat man an einem Wettkampftag zu tun. Ich habe mich nur für 100m, 200m und 400m Sprint eingetragen und hatte deswegen einen Großteil des Tages nichts zu tun und konnte anderen bei ihren Disziplinen zu sehen. Bei zwei meiner Disziplinen habe ich mich für die Zones, also den Wettkampf zwischen allen Schulen aus dem Süden Albertas, qualifiziert. Die Zones haben eine Woche später in Medicine Hat, ungefähr drei Stunden von Claresholm entfernt, stattgefunden. Dort konnte ich mich leider nicht weiter für die Provincials qualifizieren, aber der Tag war sehr schön und ich habe ein paar coole Menschen dort kennen gelernt.

An einem Wochenende sind wir mit allen Austauschschülern aus dem Distrikt zu dem „Writing on Stone“ Nationalpark gefahren und haben uns dort Steinformationen angeschaut und sind ein bisschen mehr mit neuen Austauschschülern in Kontakt gekommen, die hier für das letzte Quarter ankamen.

In der Nähe meiner Stadt gibt es einen kleinen Fluss, den Willow Creek, an dem man in einem kleinen Park spazieren gehen und picknicken kann. Dort sind wir in den letzten Wochen an warmen Tagen oft mit Freunden hingefahren und haben ein wenig das endlich schöne Wetter genossen. Mittlerweile ist es hier richtig grün geworden und die Temperaturen gehen bis um die 20°C hoch, wenn man Glück hat. An einem Abend sind wir relativ spät noch kurz zum Creek gefahren und hatten das Glück dort einen Elch und eine Bärenmutter mit zwei Jungen zu sehen. Wir waren auf einer kleinen Klippe und konnten so alles aus sicherer Entfernung beobachten. Man sieht hier nicht oft Bären und Elche und so waren wir alle unfassbar erstaunt, dass wir an einem Abend gleich beides sehen konnten.

Auch mit meiner Gastfamilie war ich in den letzten Wochen oft unterwegs. An einem Wochenende sind wir auf dem Weg nach Okotoks bei der Saskatoon Farm gestoppt, einer niedlichen Farm mit Gewächshäusern und ein paar kleinen Läden mit Schuck und frischen Backwaren. In einem der Gewächshäuser leben ein paar Riesenschildkröten und in einem anderen Kaninchen.

An einem anderen Tag waren wir in Waterton wandern. Wir haben versucht einen See in den Bergen zu erreichen, aber da nach und nach der Weg unter Schnee verschwunden ist, mussten wir das vertagen. Danach sind wir noch kurz an einem Hotel, das auf einer Klippe steht gestoppt, da dort kein einziger Tag vergeht, an dem es dort nicht windet und es ein Muss ist, diesen Wind einmal zu spüren. Angeblich soll man sich irgendwann an den ständigen Wind hier gewöhnen, aber bis jetzt ist es jedes Mal erstaunlich, wenn es so windet, dass man sich hineinlehnen kann. Aber vielleicht kommt das ja noch.

Der letzte Ausflug ging nach Edmonton für drei Tage, wo wir den Sohn meiner Gastmutter besucht haben. Zusammen sind wir dann zu der Hockeyarena gegangen und haben uns eine Liveübertragung eines Spieles des „Battle of Alberta“ angeschaut. Das Battle ist hier gerade DAS Highlight und ist der Kampf zwischen den beiden großen Teams aus Alberta, also den Calgary Flames gegen die Edmonton Oilers. Das Battle besteht aus mehreren Spielen und wird zeigen wer das bessere Team ist – bisher die Oilers.

Auch mit meiner Freundesgruppe bin ich sehr viel unterwegs und wir versuchen, das Beste aus den verbleibenden Wochen zu machen! So hat uns zum Beispiel einer unserer kanadischen Freunde mit zu einem Flugzeugflug genommen, da seine Familie eine kleine Maschine besitz und hat uns Albertas Weite von oben gezeigt.