Mein dritter Monat in Kanada

Marla in Kanada
| Kanada

Hey there!

Unglaublich, jetzt bin ich schon drei Monate hier?! In diesen letzten vier Wochen ist so unfassbar viel passiert und das Beste ist, dass ich mittlerweile komplett hier angekommen bin und alles wie ein Zuhause geworden ist.

Ich habe mir für meine restliche Zeit hier ein ziemlich merkwürdiges Ziel gesetzt: Ich möchte alle Kirchen in Claresholm besuchen. Das klingt vielleicht etwas schräg, ist aber ziemlich lustig und eine ziemlich gute Gelegenheit mehr Menschen kennenzulernen. Kirche hier ist ganz anders als in Deutschland. Zum einen gehen viel mehr Leute zur Kirche – ich meine im kleinen Claresholm gibt es 11 Kirchen, und jede ist sonntags gut besucht – und der Gottesdienst ist anders gestaltet. Es beginnt mit dem Gebäude, denn es gibt hier nicht die gewohnten prachtvollen Steinkirchen, sondern hier treffen sich die Menschen einfach in Sälen mit einer Bühne. Es ist auch viel schwungvoller. In einer der Kirchen kam die Musik von einem Keyboard und Schlagzeug und die Keyboardspielerin, die gleichzeitig gesungen hat, hat zwischendurch an ihrem Monsterenergie genippt – ich glaube, das beschreibt die Situation ganz gut. Das Beste ist allerdings, dass es hier auch Jugendarbeit gibt und sich dort oft viele aus der Schule treffen, auch wenn sie normalerweise zu einer anderen Kirche gehen oder gar nix glauben. Mittlerweile gehe ich Sonntag morgens zu einem der Gottesdienste in immer einer neuen Kirche und abends zu der Jugendgruppe von einer der Kirchen. Die Menschen dort sind sehr nett und ich habe einige Freunde dort gefunden und es ist eine super Gelegenheit mit meinen anderen Freunden zu quatschen.

Mittlerweile hat sich auch ein ziemlich cooler Rhythmus gebildet. Das schönste daran ist, dass ich sehr viel Zeit in meiner Freundesgruppe verbringen kann, die in den letzten Wochen sehr gewachsen und enger geworden ist. Wir sind meistens zu siebt, darunter 4 Austauschschüler und oft schließen sich uns noch ein paar weitere an. Das macht den Schultag ziemlich locker, da man eigentlich immer mindestens mit einem den gleichen Kurs belegt und wir Lunch zusammen verbringen. Unter der Woche ist trotzdem meistens nicht so viel los, außer wenn es Sportveranstaltungen in der Schule gibt. Freitags gehen wir nach der Schule alle zusammen Mittag essen – meistes in Dairy Queen- und danach verbringen wir den Nachmittag zusammen. Am Wochenende fährt meine Gastfamilie eigentlich immer nach Lethbridge oder Okotoks zum Einkaufen.

Nach und nach wurde ich auch in die Abgründe des kanadischen Essens eingeweiht. Bei Costco, einem kanadischen Supermarkt, ähnlich wie Metro, habe ich das erste Mal Poutine probiert. Poutine besteht aus Pommes mit Gravy und Käse und ist wahrscheinlich eines der wenigen wirklich kanadischen Rezepten. Außerdem isst man hier bei Dairy Queen seine Pommes mit Softeis. Beides ist ziemlich lecker, auch wenn es eventuell etwas merkwürdig klingt.

Über Ostern hatten wir eine Woche frei und da war eigentlich jeden Tag was los. An Ostern hat unsere Gastmutter für mich und meine Gastschwester Ostereier im Haus versteckt, die wir suchen durften und am Abend sind wir zu ihrer Schwester gefahren und es gab traditionell Truthahn zum Essen. In der Woche selbst waren wir dann im Kino in einer Nachbarstadt, bei einem weiteren Steakdance in Lethbridge, in Calgary shoppen und Wandern in Waterton. Oder zumindest haben wir es versucht, denn es hatte am Tag zuvor nochmal mächtig geschneit und der Weg war eigentlich nicht wirklich zu erkennen. Wir sind dann zwar nach ein paar Minuten wieder umgedreht, haben dann aber noch an einem See gegessen und haben uns Wasserfälle in der Nähe angeschaut, sodass es am Ende ein wirklich schöner Tag war.

In der Schule habe ich außerdem zum Quarter (die Hälfte des Semesters) von Chemie zu Schweißen gewechselt. Das ging zum Glück ohne Probleme, da die Schulleitung was Austauschschüler angeht ziemlich entspannt ist. Zum Quarter bekommt man auch seine Report Card, das ist wie ein Halbjahreszeugnis und man kann eine neue Freitagsaktivität wählen. In der letzten Hälfte war ich in Construction, wo man mit Holz arbeitet. Wir haben ein ziemlich niedliches Vogelhaus gebaut, das wir dann der Direktorin geschenkt haben. Dieses Quarter bin ich nun in Hiking.  Das ist mehr oder weniger nur Spazieren gehen in der Umgebung der Schule, aber da auch dieser Kurs wieder fast nur aus unserer Freundesgruppe besteht, sind das zwei sehr lustige Stunden.

Nächste Woche beginnt endlich Track and Field und ich bin sehr gespannt wie das wird. Im generellen freue ich mich sehr auf die nächsten Wochen, vor allem da es endlich wärmer werden soll und wir dann mehr Zeit draußen verbringen können.

Bis Nächsten Monat!