Stromausfall und erster Schnee in Kanada

| Kanada

Hey,

jetzt ist es wieder soweit, ich schreibe meinen 3. Bericht und mein dritter Monat ist schon rum. Es ist so verrückt wie schnell die Zeit rumgeht. Diesen Monat war wieder viel los, und vor allem gefühlstechnisch ein reines auf und ab.

Am 11. November war Remembrance Day, an dem der Leute gedacht wird, die sich in Kriegen oder generell für Kanada geopfert haben. Wir hatten an diesem Tag keine Schule, aber dafür war am Tag davor viel los und wir haben uns ein einstündiges Video über diesen Tag angeschaut (als Video wegen Corona, normalerweise wäre eine Art Zeremonie im Gym) und jeder hat eine rote Blume bekommen und sie über den Tag getragen. Die Blume ist das Symbol dieses Tages, weil sie damals einfach so aus dem Nichts gewachsen ist.

Vorletzte Woche gab es hier in British Columbia (und auch in Kelowna) einen extremen Sturm. Wir hatten gerade Schulschluss und es fing plötzlich in Strömen an zu regnen. Alle sind dann einfach nur schnell in den Schulbus gerannt und haben gewartet, dass wir losfahren können. Allgemein ist bei der abfahrt von der Schule immer ein Chaos, weil so viele Schüler (12. Klasse) mit dem Auto zur Schule fahren, aber so stark wie es da war, ist es sonst nicht. Es war super neblig und es hat sehr stark geregnet - der ganze Bus hat gewackelt.

Als ich zu Hause ankam, war es sehr kalt, denn wir hatten kein Strom. Erst dachte ich, dass es bestimmt nur so zwei Stunden dauern wird, aber wir hatten bis 5 Uhr morgens am nächsten Tag Stromausfall. Dadurch, dass es ja jetzt auch so schnell dunkel wird, hatten wir alle Kerzen und Lampen rausgekramt, die meine Gastfamilie vom Campen haben. Eigentlich war es dann echt gar nicht so dunkel, aber wir haben sehr gefroren und uns dann alle in Decken eingekuschelt. Es ist wirklich verrückt, wie abhängig man vom Strom ist und, dass einem das erst in solchen Situationen so richtig bewusst wird. Gott sei Dank hat meine Gastfamilie einen Gasherd, weshalb wir kein Problem hatten abends etwas warmes zu essen. Dann kam auch noch die Nachbarin rüber und wir hatten ein warmes Dinner im Kerzenschein.

Weil wir nach dem Essen nicht so richtig wussten was wir machen sollen, da wir weder Internet noch Licht zum lesen oder für irgendwelche Spiele hatten, haben meine Gastschwestern und ich im dunkeln Musik angemacht (die wir runtergeladen hatten) und getanzt. Das war mit Abstand einer der lustigsten Abenden die ich bis jetzt hier hatte. Wir haben dann auch schon Pläne geschmiedet wie wir am nächsten Tag in einen Coffee Shop gehen und dort lernen, aber "leider" ging am nächsten Tag der Strom wieder und die Schule fand statt.

An einem Wochenende war ich wieder mit einer Freundin in Downtown und es ist jetzt in der Vorweihnachtszeit so unglaublich schön dort mit den vielen Lichtern und dann vor allem im Dunkeln. In der Stadt waren wir auch in einem Buchladen, der etwas älter eingeräumt ist und in dem es so schöne Bücher gibt - wir beide haben dort  dann auch unser erstes englisches Buch in Kanada gekauft. In den letzten Wochen hat es auch manchmal schon geschneit. Das sieht sehr schön und wirklich wie auf Bilder aus. Es fühlt sich auch immer noch so an, als würde ich das alles träumen.

Ich freue mich schon so sehr auf den Dezember und auf Weihnachten in Kanada!!

Bye bye,

Mara!!