Februar und März

| Kanada

HEY,

Die letzten Monate waren so schön! Es wird langsam wärmer und die Tage werden länger. Endlich kann man wieder mehr draußen machen, Abends länger draußen unterwegs sein und die Zeit hier gefühlt noch mehr genießen.

Anfang Februar war ich erstmal mit ein paar Freunden raus und was essen, weil wir alle so glücklich waren, dass wir Corona und die Quarantäne hinter uns haben, die wir alle gleichzeitig hatten. Generell hat es sich in diesem Monat so angefühlt, als würden wir nochmal neu ankommen, weil relativ viele neue internationals zum Wechsel des Semesters kamen und wir ja auch neue Kurse bekamen. Es ist richtig cool jetzt neue Fächer mit neuen Leuten zu haben und generell, dass wirklich so viele Leute aus so vielen verschiedenen Ländern hier sind finde ich irgendwie beeindruckend. Ich habe auch viele neue Leute kennengelernt und lustiger Weise habe ich eine neue deutsche kennengelernt, die nur fünfundvierzig Minuten in Deutschland von mir weg wohnt. Da ist man am anderen Ende der Welt und trifft doch Leute die einem näher sind, als man denkt. Sonst ist im Februar nicht so viel spannendes passiert. Es war immer noch super kalt, wir haben mehr hier den Alltag genossen und endlich mehrere hikes mit outdoor education gemacht, die viel Spaß gemacht haben. Ich habe das Gefühl, dass man so viele Sachen mehr genießt, weil man sie in Deutschland nicht machen kann und es einfach was ganz besonderes ist. Ich kann wirklich nicht oft genug sagen, wie froh und vor allem dankbar ich bin hier zu sein und mir eine zweite Heimat aufgebaut zu haben!

Anfang März war ich leider wieder ausgeknocked, weil ich leider wieder krank war und auch eine kleine op haben musste. Das war zwar nicht cool, aber es hat mir auch gezeigt wie selbstständig ich hier schon geworden bin und wie sehr sich mein englisch verbessert hat, denn ich habe tatsächlich alles verstanden was der Arzt zu mir gesagt hatte. Meine Gastfamilie war auch sehr unterstützend und solche Ereignisse, die zwar nicht schön sind, schweißen doch mehr zusammen, als man denkt. Von der OP an sich hatte ich auch nicht mitbekommen, weil ich eine Narkose hatte, aber ich kann mich noch dran erinnern, wie der Arzt reinkam, der mich in die Narkose gelegt hatte und gesagt hatte „Guten Tag, wie geht es dir?“ (also auf deutsch), was ich sehr sympathisch fand, denn ich hatte den vorher ja noch nie gesehen, aber trotzdem wusste er alles über mich. Da habe ich mich direkt viel aufgehobener gefühlt und generell waren alle Ärzte sehr sehr nett! Der Anästhesist meinte dann auch zu mir ob ich denn schonmal Glühwein getrunken habe und, dass ich mich gleich so fühlen würde, als hätte ich ein paar zu viel gehabt. Nach der Narkose weiß ich nur noch, dass ich sehr viele peinliche Sachen gesagt habe wie zum Beispiel „The Doctor is so nice, I think he’s gay.“ oder, dass die Rollstühle dort sehr anderes aussehen, als in Deutschland (was sie auch taten, also die waren wirklich sehr komisch) und ich erinnere mich noch, dass ich mich die ganze Zeit bei meiner Gastmutter entschuldigt habe, dass ich ihren Samstag ruiniert habe und, dass sie die beste Gastmutter der Welt sei (was sie auch ist!). Also mein Verhalten nach der Narkose war schon sehr lustig, aber auch sehr peinlich! Ich hab die ganze Zeit total gelallt und vor mich hin gekichert. Aber auch wenn es nicht toll war ins Krankenhaus gehen zu müssen und Schmerzen zu haben, immerhin tritt man dadurch noch ein Schritt mehr aus seiner Komfortzone raus und hat danach coole Geschichten zu erzählen. Und sowas muss euch nicht passieren, wenn ihr ins Ausland geht, aber selbst wenn, wenn ich das geschafft habe, dann schafft das wirklich jeder!

Leider konnte ich dadurch zwei Wochen nicht in die Schule gehen, weil meine Wunde sehr lange gebraucht hat zu heilen, was ein bisschen verschwendete Zeit war, aber daran kann man leider nichts machen. Danach war spring break deshalb war ich basically vier Wochen nicht in der Schule. Aber ich konnte die Ferien zum Glück sehr genießen.

Ich war mit meiner Gastfamilie für fünf Tage auf big white (einem sehr nahen Skiberg) und es war so schön dort! Mitte März hatte zwar eigentlich schon der Frühling hier begonnen, aber das war wie so ein schöner Abschluss des kanadischen Winter. In der zweiten Woche der spring break habe ich mich mit sehr vielen Freunden getroffen, weil ich so glücklich war wieder etwas unternehmen zu können und das Wetter so schön war. Ich bin generell seitdem ich hier in Kanada bin viel spontaner geworden und manchmal bin ich Abend auch einfach mit meinen Gastschwester mit dem Auto etwas rumgefahren oder einmal sind wir noch in einen thrift store gefahren und haben uns danach tim bits bei tim hortons geholt die wir dann im Auto gegessen haben und dazu laute Musik gehört haben.

Für mich persönlich sind einfach diese kleinen Momente so etwas besonderes, die ich sehr zu schätzen weiß und glaube ich nie vergessen werde! 

Ich bin schon so gespannt auf den Sommer und kann es garnicht glauben, dass ich nur noch drei Monate hier sein werde.

BYE, SEE YOU NEXT MONTH