Ankunft in Kanada

| Kanada

Hi, ich bin Mara!

Ich bin 16 Jahre alt und nun seit fast einem Monat in Kanada (um genau zu sein in Kelowna, BC).

Ich habe mich schon vor zwei Jahren dazu entschieden hierhin zu gehen und es ist immer noch sehr surreal, dass ich jetzt hier bin und meinen großen Traum leben darf.

Um ehrlich zu sein hatte ich kurz vor und auch noch am Tag meiner Abreise Zweifel und dachte mir „warum mache ich das hier eigentlich?“, aber sobald ich am Flughafen angekommen war wusste ich, dass das keine Zweifel sondern die Aufregung war. Ich konnte an nichts anderes mehr denken, als daran, dass ich bald im Flugzeug nach Kanada sitze und meine Gastfamilie zum ersten mal sehe. Nebenbei bemerkt ist meine Gastfamilie die beste Familie überhaupt! Ich fühle mich total wohl und nun nach einem Monat schon richtig zu Hause.

Dadurch, dass die Schule erst eine Woche nach meiner Ankunft angefangen hat, hatte ich viel Zeit mich einzuleben, mich auszuschlafen und meine Familie kennenzulernen. Ich habe alleine schon in dieser einen Woche so viel von Kelowna gesehen, dass ich mich auch hier in der Stadt angekommen fühle.

Mein persönliches Highlight der ersten Woche war Stand-Up Paddeln auf dem Okanagan Lake und danach Burger essen, die wir am Strand gegrillt haben. Eine sehr gut befreundete Familie (von meiner Gastfamilie) hat mit uns das BBQ gemacht und es war super lustig und cool. Erst war ich zusammen mit meiner Gastschwester auf einem Board und wir sind so langsam gefahren, weil wir beide Angst hatten ins Wasser zu fallen, denn an dem Tag war es echt kalt. Kurzer Spoiler: wir sind nicht reingefallen. Das Essen war auch mega gut und alles in allem hatte es echt einen richtigen Camping-Vibe.

Am Samstag vor zwei Wochen haben meine Gastschwester und ich abends noch eine Serie geguckt. Dann kam meine ältere Gastschwester auch noch dazu und hat um 23 Uhr noch angefangen Peanut Butter Chocolate Chip Cookies zu backen (der Konsum von Peanut Butter ist übrigens nicht nur ein Gerücht bzw. ein Klischee, sondern wirklich extrem). Dann haben wir noch den Film von One Direction geguckt und dabei die Cookies gegessen, was nicht die beste Idee war denn die waren noch super heiß und sind dadurch auch komplett auseinander gefallen, also hatten wir mehr ein Crumble haha, und haben laut mitgesungen. Diese „kleinen“ Moment sind wirklich ganz besonders und lassen mich wirklich geborgen fühlen.

Übrigens war mein erstes Frühstück hier Pancakes mit Ahornsirup. Meine Gastschwester meinte dann auch zu mir „oh man jetzt sind ausgerechnet Pancakes dein erstes Frühstück in Canada".

So, jetzt ein kurzer Themenwechsel zur Schule. Es ist wirklich komisch hier in die Schule zu gehen. Es fühlt sich wirklich so an, als würde man in so einem kitschigen High School Film leben. Ich fahre tatsächlich auch jeden Tag mit dem Schulbus (diesen typischen gelben Bussen, die ich vorher eigentlich auch nur aus Filmen kannte), was diese High School Erfahrung nochmal unterstreicht.

Auch alleine in den ersten Wochen habe ich schon so viele neue und nette Leute kennengelernt und habe hier sogar schon wie zwei beste Freundinnen gefunden mit denen ich die meiste Zeit etwas mache. Eine ist aus Spanien und die andere ist auch deutsch, aber wir reden die ganze Zeit Englisch miteinander. Wir waren schon zusammen in der Mall (auch sehr typisch für Kanada) und in Downtown und haben schon viel Geld für Essen ausgegeben.

Ich habe auch schon ein Mal bei den beiden übernachtet (sie wohnen in der selben Familie). Wir haben erst Bananenbrot gebacken und dann einen Film geguckt. Nachdem wir nach dem Film noch sehr lange geredet haben meinte eine, dass sie Lust hat in den Whirlpool zu gehen und dann sind wir tatsächlich noch mitten in der Nacht in den Whirlpool gegangen (das war natürlich am Wochenende). Was auch sehr lustig war, war als wir am nächsten Morgen in die Küche zum frühstücken gegangen sind und uns ihr Gastvater „deutsche Pfannkuchen“ gemacht hat, was wirklich alles war aber kein deutscher Pfannkuchen haha, aber er war trotzdem sehr lecker. Aber auch hier gibt es Klischees über andere Länder.

Seit einer Woche gehe ich jetzt auch ins Gym, in dem man eigentlich immer irgendwen aus der Schule sieht, weil es verhältnismäßig günstig ist und für Internationale nochmal etwas günstiger. Daher ist das H2O (Gym) ein indirekter Treffpunkt.

Diese Woche ist in der Schule die „every child matters“ Woche denn am 30. September ist ein nationaler Feiertag auf Grund der in der Vergangenheit stattgefundenden schlimmen Behandlung gegenüber Kindern in der Schule. Deshalb werden alle auch gebeten orange zu tragen.

Letzte Woche waren in der Schule die „Hunger Games“ (aus dem Film) bei denen es darum ging mehr und neue Leute zu Beginn des neuen Schuljahres kennenzulernen, in dem man einen Namen auf einer Wäscheklammer bekommen hat und versuchen musste diese Person zu finden und dann zu „töten“. Eine Lehrerin hatte einfach 8 Kills. Also der School Spirit von dem alle immer reden ist wirklich extrem, aber auch mega cool. Es ist immer noch so surreal hier zu sein und in die Schule zu gehen, die wirklich sehr anders ist. Es ist so komisch nur 4 Fächer in einem Halbjahr zu haben und dann jeden zweiten Tag die selben Fächer zu haben, also immer nur zwei Fächer an einem Tag zu haben. Das alles ist schon sehr anders zum deutschen Schulsystem aber irgendwie auch cool.

Am letzten Wochenende habe ich mit meinem Gastvater eine kleine Wanderung gemacht auf dem Kevia Trail. Es war so unglaublich schön dort oben. Die Bäume fangen sich schon langsam an zu verfärben und es ist einfach wunderschön!

Ich könnte noch ewig weiterschreiben und das war erst der erste Monat.

See you soon,

Mara!