März in Kanada

| Kanada

Hello everyone!

Ich bin Liv, 15 Jahre alt und seit zwei Monaten in Sooke auf Vancouver Island in Kanada.

An meiner Schule (Edward Milne Community School) habe ich mich inzwischen sehr gut eingefunden. Falls manche von euch Angst haben, nicht alles zu verstehen, kann ich euch beruhigen. Macht euch da absolut keinen Stress, man gewöhnt sich sehr schnell ans dauerhafte Englisch sprechen. Falls man mal wirklich nichts versteht, fragt einfach euren Lehrer, ob ihr kurz den Übersetzer benutzen dürft, normalerweise sagt niemand nein.
Zur Zeit habe ich nur zwei Fächer täglich, nämlich Meeresbiologie und Sport. Das verdanken wir allerdings den Corona-Regeln. An vielen kanadischen Schulen hat man normalerweise vier Fächer pro Semester, aber um die Kontakte zu reduzieren, hat meine Schule jedoch nur zwei Fächer. Es ist und war manchmal wirklich anstrengend, das gleiche Fach für drei Stunden zu haben.
In Meeresbiologie haben wir neulich einen Hai seziert. Das war sehr spannend, auch wenn es sich im ersten Moment vielleicht eher widerlich anhört.
Außerdem haben wir schon öfters mikroskopiert, beispielsweise Plankton. Das hat auch immer Spaß gemacht und war interessant.
Im Gegensatz zu Deutschland ist der Unterricht hier meiner Ansicht nach deutlich anders. Die mündliche Beteiligung spielt beispielsweise gar keine Rolle, außer in den Sprachen natürlich. Auch die Lehrer interessieren sich für einen oder kümmern sich, wenn etwas ist. Mein Sportlehrer hat mir neulich zum Beispiel mal erzählt, welche Orte ich besichtigen soll.
Damit direkt mal weiter zum Sportunterricht. Ich kann natürlich nur für meine Schule sprechen, aber mein Unterricht ist auch wieder größtenteils anders, als der mir bekannte von meiner Schule aus Deutschland. Wir haben an der EMCS jede Woche einen anderen Schwerpunkt. Begonnen mit Basketball, über Volleyball, Badminton etc.. Einmal die Woche lernen wir immer etwas theoretisches, das mit Gesundheit zu tun hat. Von Ernährung bis mentale Gesundheit ist alles dabei.
Vor ein paar Wochen kam sogar eine Kickboxtrainerin für eine Stunde und hat uns die Grundlagen des Kickboxens erklärt, dass hat sehr viel Spaß gemacht!
Außerdem haben wir mindestens einmal die Woche eine Yogastunde.
Wir waren schon zwei Mal Schlittschuh laufen und draußen auf einer Wiese oder im Wald „Capture the flag“ spielen.

In Sport habe ich auch sehr schnell Freunde gefunden, sogar kanadische. Leider interessieren sich die Kanadier*innen nicht mehr oder weniger für dich, nur weil du Austauschschüler bist. Hier ist es Alltag Schüler aus aller Welt in der Schule zu haben. Das heißt es kommen nicht zwingend aktiv kanadische Schüler auf einen zu. Dafür machen das öfters andere Austauschschüler, weil sie ja in der gleichen Situation sind und deine Lage nachvollziehen können. Daher kommt man leicht ins Gespräch, meistens begonnen damit, wo man her kommt.
Ich bin tatsächlich die einzige Internationale in meinem Sportkurs und habe dadurch logischerweise nur mit kanadischen Leuten zu tun. Glücklicherweise habe ich sofort am zweiten Tag Freunde gefunden. Praktisch an Sport ist nämlich, dass man garantiert in geraumer Zeit in einem Team oder mit einem Partner etwas machen muss. So kam also eine Kanadierin auf mich zu und ich habe durch sie auch ihre, inzwischen unsere, Freunde kennengelernt.
Ein Tipp, fragt unbedingt nach dem Snapchat von anderen. Das wird hier von so ziemlich jedem benutzt und normalerweise sind die Leute dann auch immer begeistert, dass man sie fragt.

Vor kurzem war ich mein erstes Hockeygame gucken. Es war jedoch nur Schüler gegen Lehrer. Natürlich war die ganze Schule da und hat nur das Schülerteam angefeuert. Gewonnen haben letztendlich allerdings die Lehrer, welche noch Unterstützung von jungen Eishockeyspielern hatten.

Ihr wisst bestimmt, dass es hier viele Schulsportteams gibt, Basketball, Football, Rugby etc. und die sind wirklich überall vertreten und mehrere meiner Freunde und ich sind jetzt im Ultimate Frisbee Team. Möglicherweise hört sich das jetzt erstmal nicht so spannend an, aber es ist eigentlich echt cool! Wir haben nach den Ferien unser erstes Spiel gegen eine andere Schule, mal sehen wie das ausgehen wird. Das kann ich euch dann nächsten Monat berichten.

Ich werde natürlich nicht die ganze Zeit jetzt über die Schule reden, daher erzähle ich euch jetzt noch von meinen Erlebnissen aus meiner Freizeit.

Anfang März ging es für mich ein zweites Mal Ski fahren, nämlich wieder auf Mount Washington. Ich bin erst das zweite Mal in meinem Leben Ski gefahren. Das erste Mal war zwei Wochen zuvor und ich hatte auch beim zweiten Mal definitiv wieder viel Spaß!
Es ist auch kein Problem gewesen zu fahren, wenn man (so wie ich) noch nie vorher gefahren war. Also, falls ihr eine Skitour machen wollt und könnt, macht es! Es ist absolut kein Problem ohne Vorkenntnisse mitzufahren und die Skikurse sind ja nicht umsonst dabei.
Für mich war mein zweites Skifahren jedoch nicht ganz so erfolgreich, wie mein erster Ausflug. Angefangen mit mehreren Stürzen und kleinen Verletzungen sind eine Freundin und ich zusätzlich noch ungewollt auf einer schwarzen Piste, sprich die schwierigste gelandet. Dafür hatten wir aber einen wunderschönen Ausblick!
Letztendlich kam ich lebend unten an, aber mit Skifahren war ich dann für den Tag fertig.

An einem anderen Tag war ich mit Freunden am Strand picknicken und wir haben einen so wunderschönen Sonnenuntergang beobachtet! Dabei haben wir auch zwei Seehunde gesehen, die sieht man hier am Strand von Sooke, öfters mal vorbeischwimmen. Wenn man Glück hat, kommen auch mal Wale, bisher habe ich aber noch keinen entdeckt.

Gerade habe ich Springbreak, also zwei Wochen Frühlingsferien und ich war vor ein paar Tagen das erste Mal in Vancouver. Wir sind zuerst mit dem Bus zur Fähre gefahren und nachdem wir angekommen waren, ging es ebenfalls mit dem Bus weiter Richtung Downtown.
Zuerst haben ein paar andere Schüler und ich den „Fly over Canada“ gemacht. Das ist ein 4D Kino, in dem man einen Film, welcher als Flug aufgenommen wurde, vorgespielt bekommt und man bewegt sich dank der Sitze in alle Richtungen mit. Dadurch bekommt man tatsächlich das Gefühl, dort mit einem Flugzeug mit zu fliegen.
Danach hatten wir noch freie Zeit zur Verfügung und wir sind zuerst in ein Restaurant gegangen. Dieses Restaurant heißt „Top of Vancouver“ und ist ein 167 Meter hoher Turm, der sich langsam dreht, damit man über ganz Vancouver blicken kann. Leider hatten wir nur Nebel und konnten nicht allzu viel von der Aussicht genießen. Falls ihr dennoch mal bei schönem Wetter in Vancouver sein solltet, lohnt es sich in jedem Fall dort zu essen, allerdings war es auch sehr teuer…
Nach dem Essen sind wir dann noch etwas shoppen gegangen und dann ging es wieder mit dem Bus zurück zur Fähre und nach Hause.

Vor ein paar Tagen haben wir in meiner Gastfamilie einen Just Dance und Karaoke Abend gemacht. Die beiden Spiele kennt glaube ich jeder und daher weiß man auch, wie viel Spaß man dabei hat! Wir haben so viel gelacht die ganze Zeit. Mein Gastvater saß irgendwann Tränen lachend auf der Couch neben mir. Um 1 Uhr nachts waren wir alle schließlich müde und sind dann schlafen gegangen.

Mit meiner italienischen Gastschwester ging es an einen Tag nach Victoria. Wir waren zuerst essen und danach ins Royal BC Museum. Das Museum ist zwar nicht sonderlich groß und es geht hauptsächlich nur um die Natur hier vor Ort, aber dennoch war es spannend alles zu betrachten. Am Anfang gab es eine Themenwelt über Orcas, deren Geschichte, welche Rolle sie für die Menschen damals und heutzutage spielen und noch weitere Dinge.
Danach sind wir durch den Hafen gelaufen und man merkt so wirklich, dass der Frühling einzieht. Alles beginnt zu blühen und das Wetter wird auch besser!

Das eben schon erwähnte schöne Wetter, haben meine Freunde und ich für ein Picknick im Beacon Hill Park, in Victoria ausgenutzt. Umgeben von Blumen, an einem See und sehr vielen Enten, saßen wir mehrere Stunden in der Sonne. Im Park sind auch ganz viele Eichhörnchen rumgelaufen, die sogar sehr zutraulich waren. Außerdem haben wir mehrere Pfauen umher stolzieren gesehen.

Ich hätte euch noch gerne von einem Kletterpark erzählt, welchen ich heute hätte erkunden sollen, allerdings liege ich mit einer Erkältung im Bett und schreibe stattdessen den Bericht fertig ;).

Nächsten Monat stehen viele spannende Touren an, auf die ich mich sehr freue und ich kann euch dann bestimmt mit viel Freude davon berichten!

See you soon!

Liv

P.S. Falls euch meine Ankunft und mein erster Monat hier in Sooke interessieren, dann solltet ihr mal auf dem Instagram-Account von SouthernCross vorbeischauen. Da solltet ihr ein Reel von mir finden.